Startschuss für den

Gesundheitscampus Calw

Startschuss für den<p> Gesundheitscampus Calw

Calw/Düsseldorf, den 17.12.2019 Der Wandel im Gesundheitssystem, der Wettbewerb um Patienten und Personal, der Ärztenotstand sowie die steigenden Anforderungen an moderne medizinische Versorgung stellen die Kommunen vor große Herausforderungen. Die passende Antwort darauf soll der neue Gesundheitscampus Calw geben, ein innovatives medizinisches Konzept der Nahversorgung im ländlichen Raum mit „kurzen Wegen“. Anfang Dezember wurde die Entwurfsplanung abgeschlossen und der Bauantrag fertiggestellt. In einer öffentlichen Sitzung des Kreistags Calw am 16.12.2019 wurde über diesen final entschieden. Der Baubeginn ist für Mitte 2020, die Inbetriebnahme des Gesundheitscampus im Jahr 2022 geplant. Bereits am 19.09.2019 wurde offiziell mit dem symbolischen Spatenstich die äußere Erschließung des Gesundheitscampus-Areals im Calwer Gewerbegebiet „Stammheimer Feld III“ begonnen. Auf einer Fläche von 6,9 Hektar wird hier ein interdisziplinäres Gesundheitskonzept umgesetzt, das neue Standards setzt. Das Projekt wird in Partnerschaft mit dem Landkreis Calw, dem Klinikverbund Südwest, dem Zentrum für Psychiatrie Calw-Hirsau (Klinikum Nordschwarzwald), den nephrologischen Zentren Pforzheim/Calw/Nagold/BadWildbad/Waldbronn, der Sparkasse Pforzheim Calw und dem Deutschen Roten Kreuz realisiert.

Im städtebaulichen Realisierungswettbewerb hatte sich 2018 die ARGE Prof. Dr. Ing Vogt Planungsgesellschaft mbh und HDR GmbH gegen 13 Wettbewerber durchgesetzt. „Wir hatten die Idee für eine patientenorientierte und sektorenübergreifende Zusammenarbeit, das war die Grundlage für den geplanten Klinikneubau. Auf dem Gesundheitscampus werden stationäre und ambulante Angebote auf neuartige Weise miteinander verbunden. Das Projekt hat bundesweiten Modellcharakter und wird aufgrund seines vielschichtigen Konzeptes schon jetzt als zukunftsträchtig und wirtschaftlich überzeugend bewertet“, so der für die Realisierung des Gesundheitscampus Calw zuständige Dezernent im Landratsamt Calw, Albrecht Reusch. „Durch die wohnortnahe stationäre und ambulante medizinische Versorgung entstehen kurze Wege für Patienten und Mitarbeiter. Dadurch werden neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht und zusätzlich ein attraktives Arbeitsumfeld mit vielseitigen Möglichkeiten für medizinisches und pflegerisches Fachpersonal geschaffen“, so Malte Hofmeister, Leiter Design & Wettbewerbe HDR GmbH, der im Rahmen der Kreistagssitzung gemeinsam mit Prof. Werner Vogt von der ARGE GmbH den finalen Entwurf präsentierte.

Campusboulevard
Das Areal auf dem Stammheimer Feld III überzeugt bei leichter Hanglage mit einer großartigen und unverbauten Fernsicht nach Süden in den Schwarzwald. Entstehen werden auf diesem Gesundheitscampus eine Klinik der Grund- und Regelversorgung mit 154 Betten, eine Klinik für Psychosomatik mit 30 Betten, eine Tagesklinik mit 12 Plätzen für Kinder- und Jugendpsychiatrie und eine psychiatrische Institutsambulanz des Zentrums für Psychiatrie Calw-Hirsau (ZfP), ein nephrologisches Zentrum mit 25 Dialyseplätzen, ein Haus der Gesundheit mit mehreren Facharztpraxen, einem AOK Gesundheitszentrum, einem Konferenzzentrum, eine DRK Kurzzeitpflege mit 30 Betten, ein Parkhaus mit 400 Stellplätzen sowie ein Hubschrauberlandeplatz.

Die Campus-Pavillons der verschiedenen Gesundheitsanbieter fügen sich in die natürliche Topographie des Geländes ein. Sie sind konzipiert mit einem ringförmigen Sockel und aufliegenden L-förmigen Pflegebereichen, die sich zur Landschaft hin öffnen. Ein Campusboulevard in Ost-West-Richtung verbindet die Gebäude. Entlang dieser als „Shared Space“ ausgebildeten Achse finden sich nicht nur die Eingänge und Vorplätze zu den jeweiligen Campusbausteinen, sondern auch die Zufahrten zu Kurzzeitstellplätzen sowie die Vorfahrten für Rettungswagen.

Mittig und in zentraler Lage liegt der Klinikneubau. Der Haupteingang der Kliniken Calw wird vom Campusboulevard über den Vorplatz von Norden kommend erreicht. Er bildet das Zentrum des Campus und erschließt im Inneren nicht nur die einzelnen Funktionsstellen der Kliniken horizontal wie vertikal, sondern bindet auch das Haus der Gesundheit über einen Verbindungsgang an. Als größtes Modul werden die Kliniken in zwei Teile gegliedert und fügen sich so gut in die Pavillon-Bebauung des Campus ein. Eine großzügige und zum Teil zweigeschossige Eingangshalle bietet Raum für Information, Ausstellung, Aufenthalts- und Wartebereiche.

Funktionsbereiche wie Radiologie, Zentral-OP, Ambulanzen und Zentrale Notaufnahme finden sich in den beiden Sockelgeschossen, während in den beiden oberen L-förmigen Etagen der Großteil der Pflege untergebracht ist. Dachterrassen bieten Patienten, Besuchern und Mitarbeitern direkt zugängliche Freibereiche.

Kurze Wege für Nutzerkomfort und Funktionalität

Die Funktionalität, im Hinblick auf den Nutzerkomfort und auf die Betriebsabläufe, stand im Fokus der Planungen. Patienten, Besucher und das Personal können alle Gebäude des Campus auf kurzen Wegen erreichen. Eine interne Besucher-Magistrale, die die Kliniken mit der Nephrologie und der Psychosomatik verbindet, verläuft entlang des Foyers im Eingangsbereich. Von diesem zentralen Punkt aus werden Patienten und Besucher in die verschiedenen Bereiche geführt. Parallel zur Besucher-Magistrale befindet sich eine interne Magistrale für Bettenverkehr und Logistik, so dass eine möglichst kreuzungsfreie Verkehrsführung möglich ist. Dieses Prinzip zieht sich durch das ganze Gebäude. Die zentral an der Magistrale gelegenen Stützpunkte und Leitstellen garantieren einen direkten Kontakt zwischen Patient und Personal und ermöglichen eine intuitive Orientierung.

Wegen der natürlichen Belichtung der Flure ist ein ungehinderter Blick in die Natur möglich, was wiederum der positiven Stimmung im Haus zugutekommt. Offen gestaltete Wartebereiche, Innenhöfe und eine zentral gelegene Cafeteria werden von Mitarbeitern, Patienten und Besuchern gerne als Treffpunkte und Begegnungsstätten genutzt.

Mehrere Campusbausteine bilden ein Gesamtensemble
Über den Campusboulevard kommt man durch ein großzügiges Foyer in die Psychosomatik. Von diesem Foyer gelangt man direkt in das ruhige und begrünte Atrium des Pavillons, sehr harmonisch wirkt der helle und freundliche Eingangsbereich durch die Belichtung von beiden Seiten. Im Erdgeschoss sind Besprechungsbereiche und die PIA untergebracht sowie die Tagesklinik KJP mit direktem Zugang in die Außenbereiche. Im ersten Obergeschoss befindet sich die psychosomatische Pflegestation mit angeschlossener Dachterrasse, im zweiten Obergeschoss die psychosomatische Tagesklinik.

Die Nephrologie ist im östlichen Teil der Kliniken untergebracht, man erreicht sie ebenfalls über ein eigenständiges Foyer. Bei den Dialysebehandlungen können die Patienten Richtung Süden in die schöne Landschaft schauen.

Das Haus der Gesundheit fügt sich als Solitär entlang des Campusboulevards in das Ensemble ein und steht in direkter Verbindung mit dem Klinikneubau. Eine optimale Tageslichtversorgung und eine flexible Grundrissaufteilung sorgen für eine hohe Effizienz des Gebäudes. Neben Facharztpraxen wird hier ein AOK Gesundheitszentrum angesiedelt. Modulare Mieteinheiten bieten Raum für vielfältige Nutzungen. Das geplante Konferenzzentrum im Dachgeschoss mit einer großzügigen Terrasse sowie Panoramablick bietet freien Blick über den Campus und den Schwarzwald.

Ein weiterer Baustein mit einer Kurzzeitpflege des DRK mit 30 Plätzen ist im süd-östlichen Bereich des Campus in das Ensemble integriert.

Zukunftsgerichtete Planung
Ein viergeschossiges Parkhaus befindet sich im nördlichen Teil des Campus und grenzt das Gelände zu einem Gewerbegebiet ab. Die Planung sieht nutzbare Freibereiche als „Lärmschutzhänge“ vor, die den Klinikbereich abschirmen. Erweiterungspotential für die zukünftige Entwicklung des Campus bieten zudem Flächen im westlichen Bereich des Grundstücks. Hier gibt es Platz für zwei weitere potentielle Baukörper, die sich in ihrer Architektur an der Pavillonstruktur orientieren und eine flexible Nutzung zulassen.

Über HDR

Seit rund 60 Jahren entwirft und realisiert HDR als eines der führenden Architekturbüros in Deutschland hochwertige und funktionale Gebäude im Bereich Gesundheit, Forschung und Lehre. Über 1.000 erfolgreich realisierte Projekte mit einem betreuten Investitionsvolumen von über 7 Mrd. Euro sprechen für sich. Mittlerweile arbeiten rund 340 Mitarbeiter an sechs Standorten in ganz Deutschland und betreuen Projekte – von der ersten Idee bis zur feierlichen Schlüsselübergabe. Als Teil des globalen HDR-Netzwerkes mit etwa 10.000 Mitarbeitern ist HDR für Bauherren und Nutzer präsent – ganz im Sinne von „think global –
act local“.

Kontakt HDR:
Antje Feiter
M.A. Architektur Media Management
HDR GmbH
T +49 211 86704-352
antje.feiter@hdrinc.com

Über IB Vogt

Das Ingenieurbüro Prof. Dr.-Ing. Vogt Planungsgesellschaft mbH ist seit 25 Jahren am Markt etabliert und beschäftigt 40 Ingenieure, Architekten, Kaufleute und Zeichner. Das Leistungsfeld erstreckt sich über alle Phasen der HOAI. Die Architektur, die Tragwerksplanung und die Bauphysik bilden neben SIGEKO und dem Brandschutz die Schwerpunkte des Ingenieurbüros in Leipzig. Das Ingenieurbüro Prof. Dr.-Ing. Vogt Planungsgesellschaft mbH ist deutschlandweit tätig und begleitet Projekte ganzheitlich von der ersten Überlegung in der Zielplanung bis zur schlüsselfertigen Übergabe.