Die Architektur des Gesundheitswesens

der Zukunft

Die Architektur des Gesundheitswesens <p> der Zukunft

Düsseldorf, den 06.12.2019. Gesundheit ist für den Einzelnen unbezahlbar – volkswirtschaftlich aber muss sie bezahlbar bleiben. Seit Einführung der Fallpauschale im Jahr 2004 als neues Vergütungssystem vollzieht sich im Gesundheitswesen hierzulande ein grundlegender Paradigmenwechsel – nicht ohne Folgen für die Krankenhausarchitektur: Vor diesem Hintergrund fand am 02.12.2019 an der RWTH Aachen der Kongress „Hospital Planning – Challenges and Best Practice“ statt. Initiator und Veranstalter des hochkarätig besetzten Symposiums war der Lehrstuhl für Immobilienprojektentwicklung der RWTH Aachen unter Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Beusker in Kooperation mit dem Architekturbüro HDR. „Wir unterhalten seit 2018 eine Forschungskooperation mit der RWTH. Im Rahmen dieser interdisziplinären Zusammenarbeit entstand gemeinsam mit der bei uns forschenden Doktorandin M.Sc. RWTH Hannah Viergutz die Idee, die Disziplinen unserer beiden Netzwerke an einen Tisch zu holen, um Erfahrungen und neue Lösungsansätze zu teilen und so einen gemeinsamen Mehrwert zu schaffen“, erläutert Michael König, Leiter des Studios Düsseldorf bei der HDR GmbH, den Hintergrund der Veranstaltung. HDR zählt hierzulande zu den führenden Architekturbüros für wegweisende Projekte im Bereich Gesundheit, Forschung und Lehre. Der Kongresstag gliederte sich in zwei Themenblöcke, „Think Big“ und „Think Different“, an deren Abschluss jeweils eine Podiumsdiskussion stand.

„Think Big – mutige Entscheidungen für jede Struktur“
Nach der Begrüßung durch Univ.-Prof. Dr.-Ing. Beusker gab Dr. Jan Böcken, Senior-Project-Manager der Bertelsmann Stiftung, dem Fachpublikum einen Einblick in seine aktuelle Studie zur Neuordnung der Krankenhauslandschaft. Er bezifferte eine optimale Versorgung mit der Reduktion auf deutschlandweit 600 Krankenhäuser. Claus Eppman präsentierte repräsentativ für die Kliniken Aurich-Emden und Norden sowie Jannis Feller am Beispiel der PORT Gesundheitszentren der Robert-Bosch-Stiftung Strategien, einer damit einhergehenden zukunftsfähigen Klinikplanung, sowie Konzepte für die strukturelle und organisatorische Umsetzung der Ambulantisierung. Grenzen zwischen Fachabteilungen verschwinden, interdisziplinäres Arbeiten gewinnt an Bedeutung, Anforderungen an Prozessoptimierung durch kurze Wege und nutzungsoffene und flexible Raumstrukturen rücken in den Vordergrund, aber auch Aspekte architektonischer Qualitäten kommen ins Blickfeld und werden marktrelevant: Patienten erwarten Hotelambiente, daneben bekomme ein attraktives Arbeitsumfeld in Zeiten des Fachkräftemangels einen immer höher werdenden Stellenwert, referierten Michael König und Stefan Meyer von HDR in ihrem Vortrag.

„Think Different – innovativ zum Ziel“
In einem kurzweiligen und inspirierenden Impulsvortrag erklärte Jens Bode, Trend-&-Foresight-Experte u. a. bei der Henkel AG, was aus seiner Erfahrung zu einer lebendigen Innovationskultur gehört: eine Synergie aus innovativem Mindset und praktischen Tools. Dr. med. Hannes G. Kenngott, Facharzt für Chirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg und Markus Knobel, Partner von unity behandelten in ihrem Vortrag die Bedeutung der digitalen Transformation für das smarte Krankenhaus der Gegenwart und Zukunft am konkreten Beispiel des Universitätsklinikum Heidelberg. Praktische Einblicke in die aktuellen Trends der Krankenhausarchitektur gab Martin Bleckmann vom Architekturbüro gmp. Einen Blick über die Landesgrenzen hinüber zu unseren Nachbarn im Norden konnten die Gäste mit Julian Weyer, Partner bei C.F. Moller Architects, werfen. Die Umstrukturierung hin zu den dänischen Mega-Spitälern könne auch für Deutschland eine Inspiration für das Krankenhaus der Zukunft im Sinne einer machbaren, ganzheitlichen und sinnvollen Gesundheitsversorgung geben, vorausgesetzt, wir öffnen unseren Denkhorizont, so sein Fazit. Die Aufgabe, die Zusammenführung und den Ausbau von Versorgungsstrukturen in ländlichen und städtischen Gebieten zukunftsfähig zu gestalten, bewerteten die Referenten unisono als gesellschaftliche Herausforderung, aber auch als große Chance. Eine Fortsetzung der Reihe ist geplant.

Auszug Referentenliste:
Claus Eppman, Sprecher der Geschäftsführung der Kliniken Aurich-Emden und Norden
Dr. Jan Böcken, Senior-Project-Manager gesundheitspolitische Themen, Bertelsmann Stiftung
Jannis Feller, Senior-Projektmanager, Robert Bosch Stiftung
Michael König und Stefan Meyer, HDR GmbH
Jens Bode, Trend-&-Foresight-Experte, Henkel AG
Dr. med. Hannes G. Kenngott, Uniklinikum Heidelberg
Martin Bleckmann, Director gmp, Aachen
Julian Weyer, Partner, C.F. Moller Architects

Moderation:
Hannah Viergutz, Doktorandin am Lehrstuhl für Immobilienprojektentwicklung, RWTH Aachen
Johannes Kresimon, Geschäftsführung, HDR GmbH

Über HDR

Seit rund 60 Jahren entwerfen und realisieren wir als eines der führenden Architekturbüros in Deutschland hochwertige und funktionale Gebäude im Bereich Gesundheit, Forschung und Lehre.Über 1.000 erfolgreich realisierte Projekte mit einem betreuten Investitionsvolumen von über 7 Mrd. Euro sprechen für sich. Mittlerweile arbeiten wir mit rund 340 Mitarbeitern an unseren Standorten in ganz Deutschland und betreuen Projekte – von der ersten Idee bis zur feierlichen Schlüsselübergabe. Als Teil des globalen HDR-Netzwerkes mit etwa 10.000 Mitarbeitern sind wir für unsere Kunden ganz im Sinne von „think global – act local“ präsent.

Kontakt HDR:
Antje Feiter
M.A. Architektur Media Management
HDR GmbH

Josef-Gockeln-Straße 10
40474 Düsseldorf
T +49 211 86704-352
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